kürzlich habe ich bei uns im Bio-Supermarkt Äpfel gekauft, ok, das ist nicht gerade weltbewegend …Aber als ich diese am nächsten Morgen in mein Müsli schnippeln wollte, musste ich doch blinzeln …alles war blutrot.. nein ich hatte nicht morgentattrig meinen Finger miteingebracht …das Fruchtfleisch war rot ….Ich musste also 62 Jahre alt werden, um zu erfahren, dass es köstlich schmeckende, rotfleischige Äpfel gibt, die dank ihres höheren Gehalts an Anthocyanen auch noch gesünder sind als der durchschnittliche Allerweltsapfel!
Also bin ich heute wieder voller Elan zum Supermarkt meines Vertrauens gefahren, um Nachschub zu holen….ich fing an, das Objekt meiner Begierde in die Papiertüte zu sammeln, als es um mich herum unangenehm laut wurde …
Eine Reihe weiter, am Gemüse, stand eine junge Frau, vor Brust und Bauch im Jutebeutelchen baumelnd der hoffnungsvolle Nachwuchs … wild gestikulierend mit einer Angestellten im Gespräch …die Wortwahl der Kundin wurde zunehmend unschöner, die Angestellte beschwichtigte weiterhin in freundlichem Tonfall..
Was war da Furchtbares geschehen ?? Ich hörte nun zu, die roten Äpfel sicher unter dem Arm …man weiß ja nie…
Also ..schon in der dritten Woche nacheinander wartete besagte Kundin vergeblich aúf ihren Bio-Rosenkohl und noch schlimmer..die Pastinaken für den Brei des Jutebeutelbewohners waren aus …Breakdown 😫
Dafür musste nun die freundliche Fachangestellte seit gefühlt 10 min erklären, dass zum einen bei Ihnen der Rosenkohl erst nach dem ersten Frost in den Regalen erscheint, und zum anderen die Nachfrage nach Pastinaken an diesem Tag einfach höher war als sonst…inzwischen tauchte Nachwuchs Nr.2 auf, dem Jutebeutel entwachsen, durch den ganzen Markt rennend… Jetzt verteilte er alle Tomaten, an die er größentechnisch gelangen konnte, in sämtliche Obst-und Gemüsefächer …kein Wort dazu von der Erzeugerin ( mein Boomerherz bekam Puls … Erziehung wohl in jeder Hinsicht Fehlanzeige).
Als die geduldige Fachkraft erklärte, dass das Kind das Tomatenverteilen doch bitte unterlassen solle, damit weitere Kunden nicht ohne Tomaten nach Hause gehen müssten ….marschierte die pastinakenfrustrierte Kundin mit pampigem Abschiedsgruß von dannen…
Die gescholtene Verkäuferin erzählte dann Interessantes: Sie hatte in ihrem Berufsleben schon in einigen „konventionell“ sortierten Supermärkten gearbeitet, unter Zeitdruck und Stress …etc., aber nirgendwo musste sie so oft eine unzufriedene, sich über Banalitäten echauffierende Kundschaft nach dem gerade erlebten Muster beruhigen wie in diesem Bio-Supermarkt …die Kundschaft sei einfach anders …bei weitem nicht alle, aber eben doch so einige …..
Warum das wohl so ist, überlasse ich Eurer Phantasie ….mein Boomerverstand hätte da so einige Ideen….😉

Eine Antwort zu „unterirdisch”.

  1. Tolle Beiträge! 🙏😊 die Kombination aus Wissen, Alltagsgeschichten und Boomerfacts.

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